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Weinstadt Zell (Mosel) mit Rundem Turm als Weihnachtskerze
Stadtverwaltung Zell (Mosel), Balduinstraße 44 56856 Zell (Mosel), Tel: 06542 9696-0, Fax: 06542 9696-46, Mail: info@zellmosel.de
Kernstadt Zell

zeller schwarze Katz brunnen
Zell war immer schon, allein wegen des Namens (=cella), für eine römische Gründung gehalten worden, obwohl es im Stadtkern keine konkreten Baureste gab. Erst 1978 wurden bei Kanalisationsarbeiten umfangreiche Funde in der Stadt selbst gemacht, die sicherstellen,
dass Zell schon zur Römerzeit besiedelt war. Es fanden sich die Reste einer Badeanlage, die - wie damals üblich - mit einer Hypokausten-Heizung ausgestattet war. Das Badegebäude hatte Ausmaße von mehr als 10 x 20 m und lag im Bereich Oberstraße, Käsgasse, Mariengasse. Noch im gleichen Jahr fand man nur 150 m weiter ein längeres Stück römischer Straße mit Siedlungsspuren. Zwischen den römischen Hauptstraßen Trier-Mainz und Trier-Andernach gab es eine wichtige Verbindung, die von Wittlich nach Simmern führte und zwischen Zell und Kaimt die Mosel auf einer Furt querte. Als römische Straßenstation mit Lagerhäusern (cellae), möglicherweise auch mit einem Hafen, ist Zell entstanden.


Das wurde 1978 durch die Grabungen bewiesen, und es war vielleicht ein kleiner Trost dafür, dass die Stadt knapp 10 Jahre vorher bitter enttäuscht erleben mußte, im Zuge der Verwaltungsreform den Status der Kreisstadt zu verlieren.

Schon 1222 hatte Zell die Stadtrechte erhalten, 1229 wurde die Stadtmauer mit drei Toren fertiggestellt. 1532, bei der Verteidigung Triers, gegen die anstürmende Streitmacht Franz von Sickingens, machten sich 300 Streiter aus dem Zeller Hamm einen Namen wegen ihrer besonderen Tapferkeit. Ihre Standhaftigkeit wurde sprichwörtlich und seitdem heißt es in Mundart: "He steiht ferm (fest) wie ein Zeller
us em Hamm!" Kurfürst Richard von Greiffenklau dankte den Zellern, indem er den Sitz des trierischen Amtes für die Gegend von Burg Arras nach Zell verlegte und das schöne Schloss bauen ließ, das noch heute das reizvollste Gebäude der Stadt ist.


Brände in den Jahren 1848 und 1857 vernichteten einen großen Teil der alten Bausubstanz. Zell wurde danach mit verbreiterten Straßen wieder aufgebaut und wirkt deshalb "städtischer" als die meisten Moselstädte. Erhalten blieb damals unter anderem das "Haus Caspary" in der Balduinstraße, ein interessanter gotischer Bau, der 1515 für den kurtrierischen Amtmann Johann von Senheim, errichtet wurde. Auch die Pfarrkirche St. Peter und Paul, von 1786 überstand die Feuersbrünste.

Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind vor allem zwei Türme erhalten. Der "viereckige Turm" im Zeller Bachtal und der "runde Turm", am Friedhof über der Stadt, der sich als Vordergrund für Panorama-Aufnahmen von Zell anbietet und auf fast keiner Ansichtskarte fehlt. Fast dörflich wirkt Zell dagegen in der Jacobstraße, einer schmalen Gasse mit kleinen Winzerhäusern, die bei der Pfarrkirche von der Hauptstraße abzweigt. Dort findet sich auch an der Rückseite des Schlosses die Tür der ehemaligen Synagoge der jüdischen Gemeinde von Zell.

Mittelpunkt der Stadt ist der kleine Marktplatz, der die Balduinstraße, die Hauptgeschäftsstraße, mit den Grünanlagen am Flussufer verbindet. Hier steht auf einem Brunnen das Markenzeichen der Zeller Weine, die "Schwarze Katz". Schräg gegenüber vom Rathaus wird unter den Bögen der alten Marktlaube zu mancher Gelegenheit Wein ausgeschenkt. Hier ist aber auch der Ausgangspunkt jener alten Römerstraße, die steil von der Mosel auf den Hunsrück hinaufführt und der Zell seine Entstehung verdankt